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Tech Insights: Panasonic LUMIX DC-S1H

Der perfekte Allrounder und unsere liebsten Kameraeinstellungen

Wir wollen euch hier mit einer neuen Beitragsserie Teile unserer Technik vorstellen, die wir im professionellen Umfeld auf unseren vielen Einsätzen benutzen und die den Test der Zeit bestanden haben. 

Unsere Drehs sind für Mensch und Technik anspruchsvoll, dauern teilweise mehrere Tage und sind verbunden mit sehr langen Schichten. Deshalb muss das Equipment (wie auch der Mensch) robust sein, viel Kondition haben und zuverlässig seinen Einsatz bewältigen. 

Heute stellen wir euch ein geschätztes und viel genutztes Kernstück unseres Equipments vor –  die Panasonic LUMIX DC-S1H.

Yvonne schaut sich die Panasonic S1H auf der Messe an

Wir hatten die S1H zuerst bei der Hausmesse unseres Lieblingslieferanten Teltec mal in der Hand und konnten sie auf der IBC 2019 in Amsterdam nochmals länger ausprobieren und waren danach gehookt. 

Generell hatten wir damals vor, in besseres Kameraequipment zu investieren und zu dem Zeitpunkt gab es auch andere Hersteller mit guten Cams. Aber da wir bei den PTZ-Cams und in unseren Anfängen durch die GH-Serie schon gute Erfahrungen mit Panasonic gemacht haben, beschlossen wir, die bis dahin favorisierte Sony a7s auszumustern und zu wechseln.  

Wir haben die S1H nun seit Januar 2020 im Einsatz und sie konnte ihre Zuverlässigkeit auf etwa 80, teilweise 2-3 Tage dauernden, Drehs unter Beweis stellen und hat uns nie enttäuscht. 

Unsere Top-Features

Lange Akkulaufzeit  

Was die S1H so besonders nützlich für uns macht, ist die sehr gute Akkulaufzeit von etwa 2h. Außerdem kann die Cam per USB-C geladen oder mit Strom versorgt werden – wir müssen auf unseren Drehs teilweise schnell einsatzbereit sein und da kommt die unkomplizierte Stromversorgung voll zum Tragen.  

Zwei SD-Kartenslots  

Ein weiteres praktisches Feature sind die zwei SD-Kartenslots. Die zweite SD-Karte kann als Backup konfiguriert werden, dann schreibt die Cam die Aufnahme gleichzeitig auf beide Karten, oder als Speichererweiterung: dabei wird die zweite Karte beschrieben, sobald die erste Karte vollläuft. Oder es lässt sich einstellen, dass beispielsweise Fotos auf die erste und Videos auf die zweite Karte geschrieben werden. Dabei sind die Karten hot swappable, lassen sich also während der Aufnahme wechseln.

Lange Aufnahmezeit 

Außerdem haben wir eine Cam benötigt, die lange Aufnahmezeiten ermöglicht. Es gibt nichts Schlimmeres, z.B. in Interviewsituationen oder Ähnlichem zwischendurch die Aufnahme neu starten zu müssen – hier glänzt die S1H mit unbegrenzte Aufnahmezeit dank des eingebauten Lüfters. Und das bei einem Full Frame-CMOS-Sensors mit 24,2 Megapixel und einer effektiven Auflösung von 6K! Viele konkurrierende Kameras kommen bei derart hohen Auflösungen irgendwann an ihr Temperaturlimit.  

Bild

Die hohe Auflösung ist perfekt für unsere Anforderungen im Videobereich geeignet – zwar exportieren wir keine derart hohen Auflösungen, aber die 6K sind nützlich für Zoom und Croppen in der Postproduktion. Ein optischer Tiefpassfilter unterdrückt Moiré-Effekte, was der Bildqualität zugute kommt und der Full-Frame-Sensor liefert dabei geringes Rauschen, mehr Detailreichtum, Brillanz und Dynamik. 

Außerdem liefert die LUMIX S1H 10 Bit 4:2:2 Aufnahmen, also mehr als 1 Milliarde Farben, was uns in der Postproduktion hilft und außerdem HDR-Aufnahmen ermöglicht. Das Ganze ohne externen Recorder, was für uns wichtig ist. Denn auf unseren Drehs möchten wir agil sein und teilweise müssen wir mal schnell etwas aus der Hand filmen. Daher auch die Entscheidung für eine DSLR und keine dedizierte Video-Kamera, sie ist zwar deutlich größer und schwerer, als unsere anderen DSLRs, aber trotzdem noch kompakt genug, um auch länger aus der Hand filmen zu können. Hier kann die S1H einen weiteren, Pluspunkt ausspielen –  die sehr gute Bildstabilisierung auf fünf Achsen. 

Vor allem auf Drehs mit nicht so guten Lichtbedingungen ist die S1H hilfreich zu haben wegen ihres Dual Native ISO, V-Log und dem Dynamikumfang von 14 Blendenstufen – das ist praktisch identisch mit den Panasonic Kino-Kameras. Das zusammen mit der Möglichkeit, Cine-Optiken zu verwenden, war für uns auch ein weiterer Schritt hinzu noch mehr Bildqualität und Filmspaß. 

Und zu guter Letzt verfügt die S1H noch über einen HDMI-Anschluss in Standardgröße, der unkomprimiertes HDMI-out liefert und so für uns universeller auf verschiedensten Drehs mit den unterschiedlichsten Möglichkeiten einsetzbar ist.

Fazit 

Die S1H ist für unsere Einsatzzwecke derzeit der perfekte Allrounder. Sie liefert sehr gute Bildqualität, wir haben die Möglichkeit, Cine-Optiken zu nutzen, die dann auch noch durch die entsprechenden Kameraspezifikationen ergänzt werden und sie ist trotz ihrer Leistungen noch kompakt. Sie hält lange durch und ist Stand heute nach zwei Jahren und über 80 Drehs extrem zuverlässig. 

Wir hatten uns gleich zwei davon gekauft. Dazu kam noch ein vollausgestatteter Kameracage sowie zunächst 1 Zoom-Objektiv (70-200mm, 2.8f) und 3 Cine-Optiken von Xeen (35mm, 50mm, 85 mm, alle 1.4f). 

Vor Kurzem haben wir das Equipment erweitert um eine Tilta Mattebox + ND-Filter, einen zweiten Smallrig Kameracage und 2 Atomos Field-Monitore. Dazu kamen noch ein Panasonic Zoom-Objektiv (24-70mm, 2.8f) und weitere Objektive von Xeen (50mm und 24mm). 

Am Schluss möchten wir euch noch unsere Standardeinstellungen mit auf den Weg geben.

Die Liebsten für uns sind:

  • Photo Style: VLog
  • Ausgabe mit LUT auf einen angeschlossenen Monitor
  • Anzeige des Histogramms
  • Format MOV in 4k-420-10bit-L