Selfie mit Publikum

Lass mal reden. Unternehmenskommunikation 2026

Am 8. Mai habe ich mein Studio in Dreieich für einen Nachmittag umgewidmet. Kein Dreh, kein Livestream, kein Kunde. Sondern eine Handvoll Leute, drei Themen und die Frage, wie Unternehmen, Verwaltungen und Organisationen im Jahr 2026 eigentlich kommunizieren.

Der Titel war Programm: „Lass mal reden.“ Und genau das haben wir gemacht.

Stefan Klink hält einen Vortrag im Studio

Drei Themen, keine Folienschlacht

Ich hatte zwei Mitstreiter dabei, die mit ihren Themen das Event sehr bereichert haben.

Christian Romeis war mit Guude.ai da, seiner Telefon-Assistenz. Made in Germany, DSGVO-konform, gecodet in Gelnhausen, wo Philipp Reis der Welt das Telefon vorgestellt hat. Ich hatte Guude vorher selbst getestet und irgendwann gemerkt, dass ich gar nicht mehr darüber nachdachte, ob da ein Mensch dran ist. Christian hat das System mitgebracht, und die Leute konnten selbst zum Hörer greifen.

Stefan Klink hat den den aktuellen Stand zu interaktiven Videoavatare vorgestellt. Stefan macht Film und Fernsehen, seit ich denken kann, und hat letzten Dezember den ersten interaktiven Bürgermeister-Avatar Deutschlands gelauncht. Bürgermeister Marcus Merkel aus Büttelborn steht seitdem als digitaler Zwilling auf der Gemeinde-Webseite, rund um die Uhr, in 28 Sprachen. Das Projekt hat es bis in Zeitung, Radio und Fernsehen geschafft.

Ich selbst habe über strategisch gedachte Videokommunikation gesprochen. Über das, was ich seit fünfzehn Jahren erlebe: Unternehmen beauftragen einzelne Videoproduktionen, die kaum etwas bewirken, und fangen beim nächsten Mal wieder bei null an. Und darüber, wie es anders geht, wenn Konzept, Studio und ein bisschen KI zusammenkommen.

KI war an dem Nachmittag überall dabei. Aber als Werkzeug, nicht als Selbstzweck. Keiner von uns dreien hatte Lust auf die Buzzword-Nummer.

Christian Romeis am Rednerpult mit analogem Telefon im Vordergrund

Der beste Teil kam nach den Vorträgen

Wir waren ein Dutzend Leute. Und ich will ehrlich sein: Der wertvollste Teil des Nachmittags stand zum Ende der offiziellen Agenda an.

Nach den Präsentationen sind wir nicht auseinandergegangen. Wir haben die Systeme ausprobiert, Fragen gestellt und haben uns im Küchenbereich vom Studio bei Aperol, Cola und Snacks über das gerade Präsentierte ausgetauscht.

Selfie mit Publikum

Warum so ein Nachmittag anders wirkt als ein Webinar

Man hätte das alles auch online machen können. Livestream mit Chat oder über Zoom. Aber dann wäre genau der Teil weggefallen, der den Nachmittag ausgemacht hat: direkte Gespräche mit den Machern hinter den Lösungen. Und ein Austausch über die Möglichkeiten und wie sich die eigenen Ideen umsetzen lassen. Das funktioniert in der Form nur bedingt als reines Online-Format…

Und noch etwas war an diesem Tag anders: Wir haben bewusst nichts aufgezeichnet. Das mag verwundern bei einem Event im Hause Livestream.watch, aber es war meine Entscheidung. Ich wollte einmal nicht die Technik im Blick haben müssen, nicht auf Pegel und Kameras schauen, sondern einfach mit den Leuten reden. In diesem Fall war das goldrichtig.

Dabei bin ich eigentlich erst zum Streaming und Bewegtbild gekommen, weil ich Veranstaltungen, Vorträge und Wissen festhalten wollte. Nachhaltig, damit sie nicht einfach verpuffen. An diesem Nachmittag war der Moment im Raum wichtiger als die Aufnahme. Beides hat seinen Platz, man muss nur wissen, wann was zählt.

Für mich war der 8. Mai auch eine kleine Bestätigung, dass mein Studio genau dafür der richtige Ort ist. Nicht nur für Produktionen, sondern als Raum, in dem Leute zusammenkommen.

Danke an alle, die dabei waren. Danke an Christian und Stefan für ihren Input. Und danke fürs Reden.

Sebastian Greiner spricht vor Publikum im Studio

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